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  • Aktualisiert am 22.07.2020

Backup-Methoden im Vergleich

Wichtige und sensible Daten sollten in regelmäßigen Abständen gesichert und vor Beschädigungen und Verlusten geschützt werden. Mit einer Backup-Software lässt sich am einfachsten eine Sicherheitskopie der Daten erstellen. Mithilfe der Datensicherung können die Dateien im Falle einer Beschädigung oder eines Datenverlustes problemlos wiederhergestellt und zu ihrem ursprünglichen Speicherort kopiert werden.

Viele Nutzer wurden mittlerweile für das wichtige Thema sensibilisiert und möchten ihre Daten regelmäßig sichern.

Das Problem: Aufgrund der unterschiedlichen Backup-Methoden und der verschiedenen Medien sind die Nutzer oft überfordert und können sich nicht entscheiden. Im nachfolgenden Ratgeber stelle ich die gängigen Backup-Methoden und die wichtigsten Sicherungsmedien vor und spreche Empfehlungen aus. 

Backups schützen vor einem Datenverlust | © Shutterstock - pikcha

Differenzielle, inkrementelle oder vollständige Datensicherung?

Differenzielles Backup

Bei der differenziellen Datensicherung werden die Daten beim ersten Mal vollständig gesichert. Bei allen darauffolgenden Sicherungen werden ausschließlich die Dateien gesichert, die nach dem ersten Backup verändert wurden oder neu hinzugekommen sind. Für eine Wiederherstellung wird sowohl die erste Vollsicherung als auch der Datensatz des jeweiligen Tages benötigt. Integritätsprüfung und Wiederherstellung sind mit dieser Backup-Methode einfach und schnell erledigt. Im Vergleich zum vollständigen Backup gibt es bei der differenziellen Datensicherung keine Probleme mit der Datenredundanz. Darüber hinaus benötigt ein differenzielles Backup weitaus weniger Speicherplatz als ein Vollbackup.

Vorteile:

  • es wird weniger Speicherkapazität benötigt
  • schneller als eine Vollsicherung

Nachteile:

  • Handhabung und Wiederherstellung sind aufgrund der beiden Sicherungen etwas komplizierter
  • die Wiederherstellung dauert länger als bei einem vollständigen Backup

Inkrementelle Datensicherung

Bei der inkrementellen Datensicherung wird zuerst eine Vollsicherung durchgeführt. In den nachfolgenden Durchläufen werden ausschließlich veränderte und neue Dateien gesichert. Im Gegensatz zur differenziellen Datensicherung basiert die inkrementelle Methode stets auf der zuvor erstellen Sicherung und ausschließlich beim ersten Sicherungsdurchlauf auf dem vollständigen Backup.

Vorteile:

  • eine regelmäßige inkrementelle Datensicherung benötigt weniger Speicherplatz als die beiden anderen Backup-Methoden
  • nach der ersten Vollsicherung sind schnelle, regelmäßige Backups möglich

Nachteile:

  • die Wiederherstellung dauert länger als mit den beiden anderen Methoden
  • die Handhabung ist etwas komplizierter, denn für die Wiederherstellung werden alle Dateien der Sicherungskette benötigt

Vollständiges Backup

Das vollständige Backup ist die bekannteste Art der Datensicherung. Mit jedem Durchlauf werden sämtliche Dateien gesichert. Kommt keine Kompression zum Einsatz, entspricht die Größe des Backups auf dem Sicherungsdatenträger der Größe aller gesicherten Dateien. Vollbackups können entweder block- oder dateibasiert durchgeführt werden. Beim blockbasierten Vollbackup werden die Daten Block für Block vom Quell-Datenträger auf den Sicherungsdatenträger kopiert. Bei der zweiten Methode werden die Dateien nacheinander auf den Ziel-Datenträger geschrieben.

Eine komplette Datensicherung zeichnet sich durch eine einfache Handhabung aus: Für die Datenwiederherstellung wird lediglich das Backup vom gewünschten Zeitpunkt benötigt. Da keine umständlichen Rechenverfahren zum Einsatz kommen, ist die Wiederherstellungszeit vergleichbar kurz. Bei keiner anderen Backup-Methode lässt sich die Integritätsprüfung (es wird geprüft, ob das Backup wiederhergestellt werden kann) so einfach durchführen. Auf der anderen Seite nutzt das vollständige Backup den vorhandenen Speicherplatz nicht ideal aus: Die einzelnen Dateien befinden sich in mehrfacher Form auf dem Sicherungsdatenträger und dadurch wird unnötig Speicherplatz verschwendet.

Vorteile:

  • einfache Handhabung
  • keine Backup-Strategie von Nöten
  • Daten lassen sich ohne großen Zeitaufwand wiederherstellen

Nachteile:

  • die Datensicherung benötigt wesentlich mehr Speicherplatz
  • hoher Zeitaufwand

Daten mit einer Backup-Software sichern

Selbstverständlich kannst du deine Daten manuell von Hand sichern, indem du sie in regelmäßigen Abständen auf einen Sicherungsdatenträger kopierst. Eine manuelle Datensicherung ist jedoch umständlich, dauert relativ lange und benötigt viel Speicherplatz.

Eine Backup-Software minimiert deinen Aufwand und legt in regelmäßigen Abständen Datensicherungen an. Das Programm nimmt dir die Arbeit ab, spart Speicherplatz und beschleunigt den Sicherungsprozess. Darüber hinaus besitzt die Backup-Software noch einige sinnvolle Zusatzfunktionen. Unter anderem kannst du Datensicherungen im Voraus planen und automatisch an einem bestimmten Zeitpunkt durchführen lassen.

Die beiden wichtigsten Aufgaben einer Backup-Software sind das Anlegen von Datensicherungen und das Wiederherstellen von Daten. Welche zusätzlichen Funktionen das Programm besitzt und mit welchen Backup-Methoden die Software kompatibel ist, hängt von der jeweiligen Backup-Software ab.

Empfehlenswerte Programme können eine kontinuierliche Sicherung und/oder eine Laufwerksreplikation erstellen. Die Datensicherungen lassen sich mit einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung vor einem Fremdzugriff schützen und via Blockchain-Beglaubigung mit einem einzigartigen, digitalen Fingerabdruck versehen. Je nach Backup-Software kannst du deine Daten auf unterschiedlichen Medien sichern.

Auf welchem Medium soll ich meine Daten sichern?

Für die meisten Anwender ist es am bequemsten, wenn der Sicherungsdatenträger direkt und dauerhaft mit dem Computer verbunden ist. In einem solchen Fall kann die Backup-Software in regelmäßigen Abständen vollautomatische Datensicherungen erstellen. Die Bequemlichkeit hat jedoch einen großen Nachteil: Ein dauerhaft verbundenes Sicherungsmedium kann genauso durch einen Hackerangriff oder durch eine Malware beschädigt werden wie der Quelldatenträger. Verwendest Du stattdessen einen physisch von Deinem Computersystem getrennten Datenträger, bist du vor diesen Gefahren geschützt.

Externe Festplatten:

Externe Festplatten, die per USB 3.0 mit dem PC verbunden werden, zählen zu den beliebtesten Medien für Datensicherungen von lokalen Computern. Die Festplatten zeichnen sich durch hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeiten aus und können 50 GB Daten in knapp 6 Minuten übertragen. Ein Terabyte Speicher kostet umgerechnet rund 20 Euro. Auf einer externen Festplatte beträgt die Haltbarkeit deiner Daten bei optimalen Bedingungen 10 Jahre.

Blu-rays:

Blu-ray-Rohlinge sind teurer und langsamer als externe Festplatten. 50 GB Speicher kosten umgerechnet 2 Euro. Soll ein 50 GB großer Blu-ray-Rohling vollständig mit Daten beschrieben werden, dauert dies über eine halbe Stunde. Dafür überzeugen Blu-rays mit einer einfachen Archivierung und besitzen unter optimalen Umständen eine deutlich höhere Haltbarkeit von 50 bis 80 Jahren.

Lokales Netzwerk:

Du kannst deine Daten alternativ auf einem NAS (Network Attached Storage) sichern und profitierst von einigen Vorteilen gegenüber klassischen USB-Festplatten. In einem NAS sind in der Regel mindestens 2 Festplatten verbaut und diese können deine Daten mittels RAID-1-Verbund parallel speichern. Hat eine Festplatte einen Defekt, befindet sich auf der anderen Platte eine exakte Kopie deiner Datensicherung. Ein NAS-System mit 2 Festplatten (jeweils 4 TB Speicher) kostet zwischen 500 und 700 Euro. 50 GB (in doppelter Ausführung) kosten umgerechnet knapp 7 Euro. Die Übertragungsraten hängen von der Netzwerk-Infrastruktur und der Festplatten ab. 50 GB Daten werden in durchschnittlich rund 7 Minuten übertragen. Die Datenhaltbarkeit beträgt 10 Jahre.

Cloud-Speicher:

Viele Backup-Programme unterstützen die Cloud-Speicherung und sind mit den bekannten Anbietern (u. a. Amazon Web Services, Dropbox und OneDrive) kompatibel. Die Übertragungsrate hängt von der Infrastruktur und der Internetverbindung ab.

Viele Cloud-Anbieter haben eine kostenlose Version mit begrenztem Datenspeicher. Benötigst du mehr Speicherplatz, musst du dich für ein kostenpflichtiges Abonnement mit monatlicher oder jährlicher Zahlungsweise entscheiden.

Bei der Dropbox bekommst du zum Beispiel 1 TB Speicher für 9,99 Euro pro Monat oder für 8,25 Euro im Jahresabo. Da sich die Cloud-Anbieter um die Datensicherheit und die Erhaltung Deiner Daten kümmern, sind diese in der Cloud theoretisch unbegrenzt lange haltbar.

Was ist mit SSD-Festplatten?

Moderne SSD-Festplatten haben einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Datenträgern. Sie sind schnell, leicht, kompakt, absolut geräuschlos und resistent gegen mechanische Defekte. Jedoch sind die Datenträger nicht dafür ausgelegt, Daten so lange als möglich zu speichern. Stattdessen legen die SSD-Hersteller primär Wert auf eine hohe Kapazität, auf kurze Latenzen und auf hohe Datentransferraten.

In den SSDs (Solid State Disks) befinden sich NAND-Flash-Speicherchips. Jede einzelne Zelle kann die Informationen in Form von elektrischen Ladungen speichern und diese können im Laufe der Zeit unter Umständen verloren gehen. Je kleiner die Strukturen und desto mehr Bits die Flash-Zellen speichern können, desto weniger Elektronen sind in einer Zelle enthalten. Die gleichen Mechanismen, die beim Beschreiben der Zellen mit der Zeit zu einer Schädigung führen, reduzieren zusätzlich die Datenhaltezeit.

Je mehr eine SSD genutzt wird, desto schneller verliert sie ihre Daten. Eine weitere Rolle spielt die Lagertemperatur. Die SSD-Hersteller setzen auf eine verbesserte Fehlerkorrektur und weitere Maßnahmen, um die Datenerhaltungszeit zu verlängern. Gemäß JEDEC-Standard JESD218 müssen Desktop-SSDs die Daten ein Jahr lang ohne Strom und bei 30 Grad halten können. Server-SSDs müssen dies nur 3 Monate lang und bei 40 Grad können. Während Intel auf den JESD218-Standard verweist, nennt der Hersteller Toshiba eine Datenerhaltungszeit von 3 bis 5 Jahren. Die Hersteller von SD-Karten und USB-Sticks machen in der Regel keine konkreten Angaben zu der Datenerhaltung.

Backup-Software hilft dir bei der Sicherung persönlicher und sensibler Daten | © Shutterstock - Rawpixel.com

So erstellst du ein zukunftssicheres Backup

 

  • Sichere deine persönlichen und sensiblen Daten in regelmäßigen Abständen.
  • Verwende am besten eine Backup-Software, die dir die Arbeit abnimmt und vollautomatisch regelmäßige Datensicherungen erstellt.

Bei Viewnit kannst du die verschiedenen Backup-Programme im Hinblick auf Features, Preise und weitere Kriterien vergleichen.

Backup-Software im Vergleich


Du kannst deine Daten auf einer externen Festplatte, auf Blu-ray-Rohlingen oder in der Cloud speichern.

Die Cloud mag vielleicht das teuerste Medium sein, bietet dir jedoch mehrere Vorteile und eine theoretisch unbegrenzte Haltbarkeit. Entscheidest du dich für einen externen Datenträger, solltest du von diesem in regelmäßigen Abständen Kopien erstellen und die Sicherungen außerhalb deiner Wohnung bzw. deines Hauses aufbewahren.

Laut der goldenen 3er-Regel solltest du stets 3 Sicherungskopien anlegen und diese an verschiedenen Orten aufbewahren.  


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Beitrag von:Chris, Experte im Bereich IT-Sicherheit